
Durch große Fenster fällt Tageslicht auf Tische in lockerer U-Form; davor bleibt reichlich Platz für Übungen; zwei Flipcharts warten mit frischem Papier, der Beamer läuft schon; nebenan steht ein kleiner Gruppenraum bereit; und draußen lädt ein Innenhof dazu ein, das nächste Partnergespräch im Gehen zu führen.
So sieht er aus, der Raum, in dem Seminare einfach Freude machen. Im Trainingsalltag sieht das allerdings manchmal anders aus:
Der Besprechungsraum dient nebenbei als Lager für die Ordner der Buchhaltung. Die Jalousie klemmt auf halber Höhe. Das WLAN-Passwort kennt nur der Kollege, der heute auf Urlaub ist. Hinter der Glaswand sitzt das halbe Großraumbüro und verfolgt jedes Rollenspiel mit großem Interesse. Um zwölf stellt sich heraus, dass der Raum ab Mittag eigentlich für die Geschäftsführung reserviert ist.
Über manche dieser Räume lacht man im Nachhinein. Am Seminartag selbst ist das weniger lustig, für Trainer:innen ebenso wie für die Teilnehmer:innen. Eine Gruppe, die den ganzen Tag üben, moderieren und in Kleingruppen arbeiten soll, braucht Platz, Licht und frische Luft.
In diesem Blog-Beitrag erfahren Sie, was einen idealen Seminarraum ausmacht. Dazu gibt es meine praktische Checkliste zum Herunterladen.
Für ein Übungsseminar (Praxisseminar) bei einer Gruppengröße von 12 Personen braucht es mindestens 40 m². Ein Raum, der gerade reicht, solange alle sitzen, ist jedenfalls zu klein. In einem praxisorientierten Seminar sitzt niemand den ganzen Tag. Die Teilnehmer:innen führen Gespräche, stehen am Flipchart, moderieren selbst und geben einander Feedback. Dafür brauchen sie Bewegungsfreiheit.
Für das Arbeiten in Kleingruppen sind ein bis zwei weitere Plätze nahe am Seminarraum optimal: ein Gruppenraum, eine Sitzecke im Foyer oder ein ruhiger Bereich am Gang.
Arbeiten alle Kleingruppen im selben Raum, wird es schnell laut, und die Gruppen lenken einander ab.
Bei Schönwetter lässt sich ein Teil des Seminars gut nach draußen verlegen, auf eine Terrasse oder in den Innenhof. Ein Partnergespräch im Gehen fühlt sich oft leichter an als am Tisch, weil man einander nicht gegenübersitzt. Auch Reflexionsrunden und Kleingruppenarbeiten eignen sich gut. Ideal ist ein ruhiger Ort mit etwas Schatten, der in wenigen Minuten erreichbar ist
Tageslicht, frische Luft und eine angenehme Temperatur entscheiden darüber, wie lange eine Gruppe aufnahmefähig bleibt.
Tageslicht hält wach, künstliches Licht allein ermüdet über einen langen Seminartag. Jalousien oder Vorhänge sind trotzdem wichtig, damit die Beamer-Projektion gut lesbar ist, ohne den ganzen Raum abzudunkeln.
Viele Menschen in einem Raum verbrauchen die Luft schneller, als man denkt. Fenster, die sich öffnen lassen, sind deshalb Gold wert. In jeder Pause wird kurz und kräftig gelüftet.
Die Heizung oder Klimaanlage sollte sich im Raum selbst regeln lassen. Lieber etwas kühler als zu warm, denn Wärme macht müde. Im Sommer hilft ein Sonnenschutz, damit sich Räume mit großen Glasflächen nicht aufheizen.
In praxisnahen Seminaren arbeiten die Teilnehmer:innen an Situationen aus ihrem eigenen Arbeitsalltag. Fehler sind dabei ausdrücklich erwünscht, denn nur wer ausprobieren darf, lernt wirklich. Dafür braucht es einen Raum, in dem man sich nicht beobachtet fühlt.
Gute Pausen sind Teil des Lernens: Das Gehörte setzt sich, und oft entstehen da die besten Gespräche. Ideal ist ein Pausenbereich außerhalb des Seminarraums. Wasser steht den ganzen Tag bereit, Kaffee, Tee und kleine Snacks gibt es in den Pausen.
Die benötigte Technik ist in den meisten Seminaren überschaubar, aber sie muss verlässlich funktionieren. Nichts nimmt einer Gruppe so schnell den Schwung wie ein Beamer, der erst nach zwanzig Minuten ein Bild zeigt.
Aus diesem Grund sollte der Raum auch eine Stunde vor Seminarbeginn eingerichtet und aufgeräumt sein. So bleibt den Trainer:innen Zeit, Material aufzubauen und die Technik zu testen.
Eine geeignete Seminarraum-Ausstattung umfasst beispielsweise
Der Raum sollte für die gesamte Seminarzeit fix gebucht sein. Bei mehrtägigen Seminaren hilft es, wenn er sich über Nacht versperren lässt. Dann bleiben Material und Flipchart-Bögen bis zum nächsten Morgen hängen und die vertrauliche Arbeitsatmosphäre bleibt erhalten.
Jetzt Checkliste herunterladen
Was für Seminare gilt, gilt im Kleinen für jedes Gespräch im Unternehmen.
Warum der Rahmen auch für den Wissenstransfer so wichtig ist, lesen Sie in meinem Beitrag über gelungenen Wissenstransfer: https://steinerconsulting.at/blog/gelungener-wissenstransfer/
Mir ist klar: Nicht jeder Raum erfüllt jeden Punkt meiner Checkliste. Wichtig ist, dass Sie sich schon bei der Planung darüber Gedanken machen.
Bei Fragen zu Ihrem Seminarraum melden Sie sich gerne bei mir: office@steinerconsulting.at, Tel. 02645 8770
AutorIn:
Helga Steiner
Veröffentlicht am:
2. November 2026
Kategorie:
Moderation
Schlagwort(e):

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